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„Mobile Module zur praktischen Umweltbildung in Grundschulen“ ein Erfolgsmodell

Das Resümee aller Projektteilnehmer beim gemeinsamen Ergebnis- und Perspektivenworkshop am 10. Dezember 2012 in der Grundschule St. Peter in Andernach fiel überaus positiv aus. Ziel des Projektes war es, mit praktischen Umweltbildungsangeboten direkt in die Grundschulen zu gehen und vor Ort im Schulalltag, auf dem Schulhof und in der Umgebung Natur und Umweltthemen erlebbar zu machen. Die mobilen Angebote stellen eine gute Ergänzung zu Ausflügen an außerschulische Lernorte dar und sind für Lehrerinnen und Lehrer sehr entlastend, da außer einem Termin nichts organisiert werden mussLebensraumturm.jpg. Das erforderliche Material und das Umweltwissen bringen die Akteure mit.

Ausgewählt worden waren Outdoor-Aktivitäten mit dem Raupenzoo, ein Schulausflugscoach, die Woll- und Filzwerkstatt, eine Schulhof-Expedition, Baukurse für Nist- und Bruthilfen sowie Indoor-Workshops zum Thema Papier und dem sehr aktuellen Umweltthema Energie. Die Module dauern jeweils 3 bis 4 Stunden und werden den jeweiligen Alters- und Klassenstufen angepasst. Die Baukurse für Nistkästen sind ab der 2. Klasse möglich und die Workshops zu Energie und Kunststoff ab Klasse 3.

Schulausflugscoach

Im Spätherbst halten bereits viele Insekten Winterruhe und so brachte der Raupenzoo-Leiter und Schulausflugscoach Fabian Fritzer die Erst- und Zweitklässler der Grundschule Bendorf-Stromberg mit mitgebrachten „Krabbeltieren“ zum Staunen. Mit allen 5 Sinnen wurde der Wald errochen, geschmeckt, begriffen, abgehört und angeschaut, und Spiele rund um den Geruchsinn von Ameisen und das Beuteerkunden von Fledermäusen hielten die Kinder ordentlich auf Trapp. Im Sommer stehen wieder die Schmetterlinge und Insekten im Mittelpunkt des Schulausflugs.

Woll- und Filzwerkstatt

PM_Filzen_klein.jpgRund um den wertvollen Rohstoff „Wolle“ und das Jahrtausende alte Handwerk des Filzens geht es in der Woll- und Filzwerkstatt, die es als mobiles Angebot gibt oder als Ausflug auf die F.A.R.M. von Barbara Lübke-Becker, Sozialpädagogin aus Gering. Die Kinder der Grundschule Mertloch nahmen das Angebot gerne als Ausflug wahr. So konnten die Kinder Schafe fühlen und hören, Wolle waschen, kardieren und eigne kleine Filzobjekte filzen. Die Begegnung mit den Tieren ist noch einmal eine ganz besondere Erfahrung für die Kinder, die so nicht in die Schulen zu transportieren ist. Auch in den Grundschulen Moselweiß und St. Peter in Andernach kamen die uralten Arbeitsgänge zum Filzen super gut bei den Kindern an.

Schulhof-Expedition

Die Schulhof-Expedition wurde von der Umweltplanerin Susanne Hildebrandt geleitet. Zur Einstimmung auf das tierische und pflanzliche Leben auf dem Schulhof gab es für die Erst- und Zweitklässler der Grundschule Bendorf-Stromberg Figurentheater mit der frechen Ameise Edith, der schüchternen Weinbergschnecke Cosima und dem schon wintermüden Igel April. Dann wurde der Schulhof und Schulgarten nach Bäumen und Sträuchern mit ganz unterschiedlichen Blättern erkundet und lecker Schneckensalat für Cosima gesammelt. Die Ameise Edith freute sich ganz besonders über die vielen kunstvollen Bilder aus Naturmaterialien. Die Zeit war leider viel zu kurz um auch noch ein Überwinterungsquartier für den Schul-Igel zu bauen.

Nistkästenbau und viele m² Lebensraum

Die Nistkasten-Bauaktionen des Waldpädagogen Dierk Thönnes aus Kaifenheim waren nicht nur bei den Jungen beliebt, auch die Mädchen bewiesen ihr handwerkliches Geschick. Als Nistkastenformen für Vögel konnte zwischen Kästen für Höhlenbrüter oder Nischenbrüter ausgewählt werden. Tatkräftig gingen auch die Lehrer und Lehrerinnen und Hausmeister der Grundschulen Mertloch, St. Peter Andernach und Bendorf-Stromberg mit ans Werk. Stolz nahmen alle teilnehmenden Kinder ihren eigenen Nistkasten mit nach Hause. Ein ganz dickes Lob gilt dem Hausmeister Herrn Busenkell der Grundschulen St. Peter in Andernach für seine tatkräftige Hilfe bei der Bauaktion „viele m² Lebensraum“. Hier wurde gemeinsam mit den Kindern einer altersgemischten Arbeitsgruppe ein ganzer Turm mit vielen Nist- und Brutmöglichkeiten im Schulgarten errichtet.

Energie-Workshop

Was ist Energie? Wo und in welcher Form begegnet sie uns im Alltag? Wo kommt die Energie her? Wie viel Energie „verbrauchen“ wir? Diese und viele andere Fragen stellen die Biologinnen Renate Adams und Inge Kopsieker in ihrem Energie-Workshop für Kinder ab der Klasse 3. Der Energie-Workshop beginnt mit einem Stuhlkreis, einer Geschichte zum Stromausfall und Grundlagenwissen. Dann gibt es neun Stationen mit Anleitung, Arbeitsblättern und jede Menge Experimentiermaterialien. Zum Abschluss wird eine gemeinsame Liste mit „Energiespar-Tipps“ erstellt und es gibt eine richtig schicke Teilnahmebestätigungen mit „Selbstverpflichtung“. Der Energie-Workshop zeigt schon erste Erfolge. In den teilnehmenden Grundschulen Moselweiß, Mertloch und Bendorf-Stromberg achten die Schülerinnen und Schüler jetzt sehr genau auf Energieverschwendung.

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Papier-Workshop

Das alte Thema Papier ist immer noch hoch aktuell, der Papierverbrauch steigt weltweit. Im Workshop „Papperlapapp: Pappe und Papier – wie viel davon brauchen wir?“von Renate Adams gibt es viel über den Rohstoff Papier zu lernen und den eigenen alltäglichen Papierverbrauch zu überdenken. Wie beim Energie-Workshop gibt es Stationen mit viel Experimentiermaterial und Arbeitsblättern. Das besondere Highlight ist natürlich das Papierschöpfen, das allen Kindern sehr großen Spaß bereitet.

Wie geht es 2013 weiter?

Die Projektträger Rüdiger Kape von der Integrierten Umweltberatung im Landkreis Mayen-Koblenz und Bernd Bodewing von der Lokalen Agenda 21 Koblenz wollen sich weiterhin für die praktische Umweltbildung in Grundschulen einsetzen und Fördermöglichkeiten suchen. In 2013 sollen die bewährten Module weiter angeboten werden und die Entwicklung von weiteren Umweltbildungsmodulen ist vorgesehen. Mit den neuen Themen Erneuerbare Energien, Streuobstwiese, Schulgarten und Geologie sollen aktuelle Umweltbildungsthemen und regionale Besonderheiten aufgegriffen werden.

Vom Landkreis Mayen-Koblenz werden aktuell für Grundschulen im Landkreis die folgenden Module gefördert und können bei den Umweltbildungsakteurinnen Renate Adams und Inge Kopsieker gebucht werden: Papier-Workshop, Kunststoff-Workshop und Energie-Workshop ab Klasse 3.

Bei allen Modulen bekamen die Kinder Stempel in ihren Umweltpass.

 

 

Text: Susanne Hildebrandt, Koordination Netzwerk "Umweltbildung Rhein-Mosel"

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